#42 // KW10 // 9.3.2023 // Ist Bitcoin Geld? đŸȘ™đŸȘ🚬

Geld hat viele Funktionen. Aber bevor ein Gut zu Geld werden kann, muss es einige Kriterien bedienen. Welche Kriterien erfĂŒllt werden und ob Bitcoin diese Charakteristiken bedient, schauen wir uns diese Woche an.

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  • Bitcoin ist Sprache 💬
  • Kamele! đŸȘ
  • Bitcoin ist ein Zeitreisender 🌌

// Starter 🍾

Wir sprechen oft ĂŒber Bitcoin im Zusammenhang mit Geld oder WĂ€hrungen. Bitcoin funktioniert als Zahlungsmittel, als Wertspeicher und als Recheneinheit - doch macht das Bitcoin zu Geld? Also, was ist Geld ĂŒberhaupt und was macht ein Gut erst zu Geld? Und warum gibt es gutes Geld und weniger gutes Geld? Es gibt viele Arten von Geld, Warengeld, Notenbankgeld, Fiatgeld, usw. Doch wollen wir uns erstmal ganz von Anfang an mit der Funktionen und den Eigenschaften von Geld im Allgemeinen beschĂ€ftigen.

// Primi 🍝

Was ist Geld?

Ohne auf die Geschichte von Geld zum drölftausendsten Mal einzugehen (dazu kann man so ziemliches jedes Buch ĂŒber Geld, Bitcoin, Ökonomie, etc. bis Seite 75 lesen und bekommt ganz genau die gleichen Infos), ist es sinnvoll sich kurz zu klarzumachen, dass niemand bestimmt oder definiert, was Geld ist. Geld kann im Endeffekt alles sein. Jeder, der Kindern schon mal beim Spielen zugesehen hat, wird erlebt haben, wie kurzerhand aus Steinen, Stöcken, DUPLO-Steinen oder eigentlich allem, was man in der Reichweite von Kindern so findet, plötzlich Geld wird. Denn ohne es zu wissen, verstehen Kinder sehr intuitiv, wie Geld funktioniert.

Geld ist Sprache. Geld ist wahrscheinlich sogar eine Sprache, die sich vor unserer modernen kommunikativen Sprache entwickelt hat. Selbst vor Urzeiten, als verschiedene Völker und StÀmme auf den verschiedensten Winkeln der Erde herum zogen und sich somit erstmal verteilten und dann wieder vermischten, entwickelten sie unterschiedliche Arten der Kommunikation. Die eine gemeinsame Sprache jedoch, war die des Handels.

Kurzes Szenario: Homo Sapiens 1 hat einen Sack voller selbstgeschnitzter Pfeilspitzen in der Hand und betritt eine Lichtung, auf der Homo Sapiens 2 gerade eine Antilope grillt. Homo Sapiens 1: Uhhhhhhhhhhhhhh (zeigt auf die Antilope). Homo Sapiens 2: Ahhhhhhhhhhhh (wehrt mit den HĂ€nden wedelnd ab und springt in verteidigender Haltung auf). Homo Sapiens 1: Uhhhhhhhhhhhhhhhh (öffnet seinen Sack mit den Pfeilspitzen und legt 10 davon so hin, dass Homo Sapiens 2 versteht, dass HS1 diese zum Tausch anbietet). Homo Sapiens 2: Haaaaaaaaaaaaaa (reißt eine saftige Keule von der Antilope ab, schmeißt diese HS1 vor die FĂŒĂŸe und schnappt sich die Pfeilspitzen).

Handel ist also Ă€lter als Schrift oder Sprache. In dem Szenario hat Homo Sapiens 1 gegenĂŒber Homo Sapiens 2 einen Vorteil, denn er hat einen Sack dabei, in dem sich ein Wirtschaftsgut befindet, das andere Personen bereit sind, gegen ihre BesitztĂŒmer zu tauschen. So entsteht ĂŒber einen gewissen Zeitraum Geld. Dabei sind die Funktionen von Geld immer die gleichen, egal welches Mittel gewĂ€hlt wird. Das Mittel hĂ€ngt im Wesentlichen von der lokalen VerfĂŒgbarkeit (bzw. der Begrenztheit dieser) ab.

Funktionen von Geld

Geld muss im Wesentlichen drei Funktionen erfĂŒllen können: Es muss als Tausch- oder Zahlungsmittel funktionieren, es sollte ein Wertaufbewahrungsmittel sein und als Recheneinheit dienen.

In dem Szenario mit den beiden haarigen Protagonist//innen, sind diese drei Funktionen sehr leicht identifizierbar. HS1 hat selbstgeschnitzte Pfeilspitzen in einem Sack mitgefĂŒhrt, da diese als Zahlungs- oder Tauschmittel verwendet werden können (HS2 hat bereitwillig feinstes Antilopen-Filet dafĂŒr eingetauscht), die Pfeilspitzen sind insofern Wertaufbewahrungsmittel, als dass sie (anders als das Fleisch) ĂŒber Zeit nicht verderben und somit (zunĂ€chst) wertstabil sind - und damit HS1 incentiviert wird Pfeilspitzen zu sammeln (sparen) - und es war HS2 schnell möglich 10 Spitzen abzuzĂ€hlen und somit seinem/ihrem Produkt einen Gegenwert beizumessen, sie dienen also auch als Recheneinheit.

Dies ist nur ein Beispiel, denn wie gesagt, Geld kann alles sein, das diese drei besprochenen Funktionen erfĂŒllt und wenn sich mindestens zwei Parteien darauf einigen können, dass es sich bei dem verwendeten Mittel auch um ein Geld-wĂŒrdiges Mittel handelt. HĂ€tte HS1 kurzerhand 10 Steine vom Boden aufgehoben, um diese gegen das Fleisch zu tauschen, hĂ€tte HS2 laut "Uhhhhhhhhhh!" gerufen und mit dem Kopf geschĂŒttelt, denn 10 Steine aufheben kann er/sie auch. Doch die Pfeilspitzen haben in diesem Moment einen intrinsischen Wert fĂŒr HS2 und es ist erstmal egal, ob es sich hierbei um einen Tausch im direkten Sinne handelt (also Fleisch gegen Pfeilspitze), weil HS2 weiss, dass er/sie damit neues Fleisch jagen kann, oder einen indirekten Tausch, also eine Zahlung (also Fleisch gegen Geld), weil HS2 weiss, dass er/sie damit einen hippen Kakadu-Federn-Hut kaufen kann.

Geld ist Àlter als Sprache, bla!

Geld ist Sprache, say what?!

Geld ist, was Geld sein kann, auch wertloses Papier?

Aber wieso sind die 10 Pfeilspitzen Geld, bzw. warum sind sie begehrenswert und die 10 Steine nicht? Oder warum tauscht HS1 Pfeilspitzen gegen Antilopen-Frikadellen und nicht andersherum?

Damit ein Gut, ein Mittel, ein Gegenstand, eine Idee zu Geld werden kann, muss es nicht nur die drei Hauptfunktionen erfĂŒllen, es sollte zusĂ€tzlich auch einige Voraussetzungen erfĂŒllen.

Eigenschaften von Geld

Über viele tausende von Jahren haben schon die verschiedensten GegenstĂ€nde und Mittel als Geld hergehalten. Ob Eichhörnchen Pelze, Parmesan RĂ€der, Kakao Bohnen, Zigaretten, WalzĂ€hne, oder irgendwelche inseligen Steine - alle diese Objekte haben gemeinsam, dass sie zu einem gewissen Zeitpunkt in einem gewissen System die nachfolgenden Kriterien erfĂŒll(t)en.

WÀhrend einige dieser Kriterien immer faktisch die gleichen bleiben, gestalten sich andere wiederum etwas komplizierter und situationsabhÀngiger.

Teilbarkeit (Divisibility)

Ob etwas zum Beispiel teilbar ist, ist unbestreitbar nachweisbar. Wenn man etwas gegen eine Kuh oder ein Kamel eintauschen möchte, das aber nur den Wert einer halben Kuh oder eines halben Kamels hat, dann ist es eher unpraktisch die Kuh oder das Kamel zu teilen, da dann das gesamte Tier seinen eigentlichen Wert verliert. Ähnlich wĂŒrde man auch kein halb-großes Kamel benutzen, da der Wert des Tieres nicht an seiner GrĂ¶ĂŸe bemessen ist. Bei Gold ist dies z.B. nicht der Fall. Eine halb so große GoldmĂŒnze ist nur halb soviel wert, wie eine normal große GoldmĂŒnze.

Ein Zahlungsmittel oder Gut sollte also in verschiedene GrĂ¶ĂŸen unterteilbar sein, ohne seine ursprĂŒngliche Eigenschaft und damit seinen Wert nicht verlieren. Andersrum lĂ€sst sich auch argumentieren, dass ein Gut klein genug sein kann, dass es problemlos kombinierbar ist, um so einen grĂ¶ĂŸeren Tauschwert zu erhalten, ohne die TransportfĂ€higkeit durch zu hohes Gewicht oder Volumen zu beeinflussen.

TransportfÀhigkeit / Portabilty

Die TransportfĂ€higkeit ist nĂ€mlich bei Geld - in den meisten FĂ€llen - besonders wichtig. Je weniger Aufwand betrieben werden muss, um das Zahlungsmittel zum Ort des Handels oder zu seinem neuen Besitzer zu schaffen, desto besser. Ein Kamel bietet sich da an, weil es selbst lĂ€uft, ein Haus ist schon relativ unhandlich, Zigaretten, Diamanten, Gold sind da natĂŒrlich die Favoriten. Die TransportfĂ€higkeit ist einer der wichtigsten Faktoren, die die Funktion des Zahlungsmittels von Geld ausmachen. Man könnte auch sagen, die TransportfĂ€higkeit erlaubt es, die Kaufkraft oder den Wert durch den Raum zu bewegen.

Haltbarkeit / Durability

Ein Zahlungsmittel sollte im Idealfall ĂŒber einen langen Zeitraum hinweg seinen Wert halten und bestenfalls nicht verderben. Diese Eigenschaften bieten vor Allem jene GĂŒter, die nicht konsumierbar sind und deshalb einer niedrigen ZeitprĂ€ferenz unterliegen. Wer nicht sparen möchte, sondern lieber schnell konsumieren will, wird auch einen Tausch gegen verderbliche Waren nicht abschlagen, weil die jeweiligen UmstĂ€nde dies erfordern (z.B. Hyperinflation, Krieg, etc.).

Allerdings ist ein Zahlungsmittel besser, je lĂ€nger es seinen Wert speichert, also ist die Haltbarkeit einer der Faktoren, die die Funktion des Wertspeichers von Geld ausmachen, oder anders ausgedrĂŒckt: die FĂ€higkeit, Kaufkraft oder Wert durch die Zeit zu bewegen.

Austauschbarkeit / Fungibility

Die Austauschbarkeit der jeweiligen Geldeinheiten macht Geld erst wirklich praktisch, denn wenn jeder Einheit (z.B. MĂŒnze, Korn, Schein, Perle, etc.) ein eigener Wert zugeschrieben wird, macht dies den Austausch sehr kompliziert, da der einzelne Wert jedes Mal ermittelt werden muss und der Wert eines jeden Objekts rein subjektiver Art sein kann. Die Austauschbarkeit eliminiert die SubjektivitĂ€t der WertschĂ€tzung und misst dem Geldmittel einen objektiven Wert zu.

Also unabhĂ€ngig vom jeweiligen Tauschwert einer anderen WĂ€hrung wird niemand bestreiten, dass eine GoldmĂŒnze (28g) den gleichen Wert hat wie eine GoldmĂŒnze (28g). Das 1€ StĂŒck in meiner Tasche ist genauso viel wert, wie das 1€ StĂŒck in jedem anderen Portemonnaie (ob die Kaufkraft morgen noch die gleiche ist, steht auf einem anderen Zettel). Die Austauschbarkeit der jeweiligen Einheiten in einem gewissen Geldsystem (also Euro-MĂŒnzen im Euro-System) machen den Umgang einfacher.

Nachweisbarkeit / Provability

Hierbei handelt es sich um den relativen Aufwand, den der EmpfĂ€nger betreiben muss, um sicherzustellen, dass das erhaltene Gut tatsĂ€chlich den erwarteten Spezifikationen entspricht. Dies ist natĂŒrlich immer relativ zum möglichen Risiko eines Verlusts zu betrachten. Bekomme ich im Supermarkt einen 10€-Schein als Wechselgeld, werde ich kaum einen PrĂŒfstift aus der Tasche ziehen, weil der Aufwand nicht im VerhĂ€ltnis zum möglichen Risiko steht. Allerdings benutzen Kassierer//innen im GeschĂ€ft bei Scheinen ab 50€ immer einen PrĂŒfstift. Bei Gold fĂ€llt es einem Laien schwer, ohne großen Aufwand zu verifizieren, dass es sich um reines, echtes Gold handelt. Man vertraut im Handel z.B. dem GoldhĂ€ndler, dass das Gut verifiziert und authentifiziert wurde. Beim Handel mit Kamelen spielen viele Faktoren eine Rolle, ob das Kamel nachweislich dem versprochenen Wert entspricht, welche sich nicht einfach an Ort und Stelle prĂŒfen lassen.

Knappheit / Scarcity

Diese Charakteristik ist wahrscheinlich die wichtigste, auch wenn eine Kombination aller Eigenschaften hartes Geld erst wirklich ausmacht. Knappheit bedeutet, dass das Gut, das als Geld benutzt wird, begrenzt ist und nicht ohne weiteres vermehrt werden kann. Knappheit kann durch geographische EinschrĂ€nkungen hervorgerufen werden, so ist zum Beispiel Wasser in der WĂŒste knapper und somit wertvoller als in Regionen, in denen es reichlich und in FĂŒlle vorhanden ist. Steine oder Sand bieten sich nicht als Geld an, da sie ĂŒberall in FĂŒlle vorhanden sind. Das beste (und zu Tode zitierte, sorry) Beispiel sind die Rai-Steine der Yap. Sie haben lange als Geld fĂŒr den Inselstaat funktioniert, da diese schwierig zu beschaffen waren und die Herstellung sehr mĂŒhselig war. Doch als Schifffahrer auftauchen, die einfach und gĂŒnstig Steine beschaffen konnten, wurde diese geographische EinschrĂ€nkung aufgehoben und die Steine verloren an Wert. Ein weiteres Beispiel fĂŒr Knappheit ist Gold. Es erfordert viel materiellen Aufwand, Gold zu schĂŒrfen und zu raffinieren.

UniversalitÀt / Universality

Die allgemeine Akzeptanz eines Guts ist eine nicht unbedingt zu erfĂŒllende Eigenschaft eines guten Geldes, erhöht jedoch dessen FunktionalitĂ€t als weitflĂ€chig nutzbares Zahlungsmittel. Es gibt weltweit ĂŒber 160 nationale WĂ€hrungen, doch sind nicht alle davon gleich akzeptiert. Wenn man z.B. den sĂŒdafrikanischen Rand mit US Dollars vergleicht, wird man sehen, dass der USD eine viel höhere Akzeptanz genießt, als der ZAR. Man wird wahrscheinlich selbst in asiatischen LĂ€ndern im Notfall mit USD bezahlen können, einfach weil die Handelspartner dort wissen, dass es fĂŒr sie einfach ist, USD in ihre lokale WĂ€hrung umzutauschen. Mit Rand wird man Probleme bekommen, da diese als Tauschobjekt von Handelspartnern keine Zustimmung genießen.

SicherungsfÀhigkeit / Securability

Ein weiteres Kriterium ist die Möglichkeit, sein Geld zu verwahren, bzw. zu sichern. Auch wenn Gold ein sehr hartes Geld ist (knapp, allgemein akzeptiert, relativ transportfĂ€hig und lange haltbar), ist es vergleichsweise aufwĂ€ndig, dieses zu sichern. Das gleiche gilt fĂŒr Geld in Form von nationalen WĂ€hrungen. Große Mengen an Bargeld sind schwierig zu transportieren und die Sicherung erfolgt in Form von gepanzerten Fahrzeugen und/oder bewaffneten Wachleuten. Bei Kamelen ist dies sogar noch schwieriger, da sie zusĂ€tzlich auch noch dazu tendieren, wegzulaufen.


Wie wir sehen können, muss ein Geld verschiedene Eigenschaften erfĂŒllen, um als solches die eingangs erwĂ€hnten Funktionen (Zahlungsmittel, Wertspeicher und Recheneinheit) ĂŒberhaupt erfĂŒllen zu können. Alle bekannten Formen des Geldes - aktuelle und auch historische - bewegen sich auf einem Spektrum dieser verschiedenen Eigenschaften.

Ganz wichtig bei der Betrachtung dieser Kriterien sind immer die jeweiligen UmstĂ€nde, denn es setzt sich immer das Mittel mit den meisten oder verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig stĂ€rksten Kriterien durch. Nehmen wir LEGO-Steine, super leicht unterteilbar, leicht zu transportieren, leicht ersetzbar, aber absolut nicht selten. Daher als Geld unbrauchbar. Allerdings spielen die Faktoren Zeit, Ort und andere UmstĂ€nde eine große Rolle. In GefĂ€ngnissen z.B. funktionieren Zigaretten als Geld sehr gut, denn anders als in der Freiheit, sind Zigaretten in GefĂ€ngnissen streng rationiert und kontrolliert, also sehr selten. Ihre kompakte GrĂ¶ĂŸe macht sie transportabel und eine Packung lĂ€sst sich leicht in kleinere Untereinheiten aufteilen. Der/diejenige Insass//in, die im GefĂ€ngnis allerdings viele Zigaretten anhĂ€uft und dort ein relatives Vermögen besitzt, wird nach der Entlassung einfach eine Sporttasche voller Zigaretten haben, die in der Außenwelt einen komplett anderen Stellenwert haben. Zigaretten funktionieren nur in ihrem besonderen abgeschlossenen Ökosystem. Dies gilt auch fĂŒr Rai-Steine, Glasperlen oder Muscheln.

Somit wird Geld nicht nur von natĂŒrlichen und physikalischen Grenzen, sondern auch von willkĂŒrlich erlassenen und zentral gesteuerten Regeln beeinflusst. WĂŒrde das GefĂ€ngnis mit einem Mal jedem/r Insass//in erlauben, eine unbeschrĂ€nkte Menge von Zigaretten einzufĂŒhren, wĂŒrden diese sofort wertlos und somit als Geld unbrauchbar.

Wenn man also das Spektrum betrachtet, auf welchem alle Formen von Geld rangieren, ist es immer sinnvoll zuerst das System festzulegen, in dem ein Geld funktionieren soll. Schaut man sich unsere heutige offene und vernetzte Welt an, so muss ein Geld auch in einer solchen funktionieren. Dies ist der Grund, warum viele Formen des Geldes mit der Zeit gescheitert sind.

Eine Handvoll Beispiele von GĂŒtern, die als Geld benutzt werden oder wurden: Eichhörnchenpelze, Rai-Steine, Zigaretten, Gold, Diamanten, Immobilien, Salz und Vieh.

Legt man die oben aufgefĂŒhrten Kriterien fĂŒr ein hartes Geld, wird schnell deutlich, warum einige dieser Mittel als Geld nicht langfristig funktionieren können. Um dies bildlich darzustellen, kann man eine Tabelle erstellen und den jeweiligen Attributen einen Wert zuteilen. Ich hab dies einfach willkĂŒrlich auf einer Skala von 0-5 gemacht und man sieht dort anhand der Rangordnung, welche dieser Beispiele besser als Geld funktionieren, als andere.

Kann Bitcoin diese Attribute erfĂŒllen?

Wie auf der Tabelle ersichtlich, erfĂŒllt Bitcoin alle diese Kriterien vergleichsweise gut.

TransportfĂ€higkeit: Bitcoin ist ein Peer-to-Peer Zahlungssystem, das im Internet lebt. Bitcoins existieren in der Blockchain und nur dort. Lediglich die SchlĂŒssel, die den Zugriff auf die persönlichen bitcoins / UTXOs erlauben, mĂŒssen transportiert werden. Dies kann mit Hilfe von Software- oder Hardware-Wallets (SigniergerĂ€ten), auf Papier oder sogar im Kopf geschehen. Keine andere Form von Geld lĂ€sst sich "auswendig" merken und somit problemlos durch Raum und Zeit transportieren. Mehr dazu hier:

#23 // KW42 // 20.10.2022 // Brain-Wallets 🧠⛓
Brain-Wallets sind “Seeds im Kopf”. Das Thema Selbstverwahrung ist ein wichtiges und Methoden zur Speicherung von Seeds kommen immer wieder als Thema auf. Obwohl der Begriff selbst fast so alt ist wie Bitcoin selbst, sind sich viele des Konzeptes dahinter nicht bewusst.

Austauschbarkeit: Ein bitcoin ist ein bitcoin ist ein bitcoin. Abgesehen von esoterischen Konzepten, wie der Ordinals-Theorie, sind Sats immer gleich viel Wert (nicht der WÀhrungskurs), sodass ein Tausch von einer Menge Sats in eine gleiche Menge Sats den/die Besitzer//in immer mit dem gleichen Vermögen dastehen lÀsst. Es gibt keinen Sat, der mehr oder weniger wert ist, als ein weiterer Sat. Mehr dazu hier:

#38 // KW6 // 9.2.2023 // Ordinals & Inscriptions đŸ”ąâœïžđŸȘš
Ordinals sind momentan heiß diskutiert und in aller Munde (wie ZĂ€hne). Doch wie genau funktoniert die Ordinals-Theorie und warum ist sie so kontrovers?

ÜberprĂŒfbarkeit: Bitcoin wurde erfunden, um das Double-Spending-Problem im digitalen Raum zu lösen. Die Blockchain verifiziert die GĂŒltigkeit einer jeden Transaktion. Der/die EmpfĂ€nger//in einer Bitcoin-Zahlung weiß immer, dass die erhaltene Menge Bitcoin auch valide ist. Es bedarf keiner Drittpartei, keines weiteren Prozesses oder anderer ÜberprĂŒfung, um sicherzustellen, dass die erhaltene Menge Bitcoin auch echt oder korrekt ist. Sobald eine Transaktion bestĂ€tigt wurde, kann man sich zu 100% sicher sein, dass man Besitzer//in von Bitcoin ist.

Haltbarkeit: Anders als physische GĂŒter, die Verfall, Zersetzung oder Verderben ausgeliefert sind, hat Bitcoin kein Verfallsdatum. Solange das Netzwerk lĂ€uft, wird Bitcoin in seiner Form existieren. Es ist unmöglich, Bitcoin durch Fremdeinfluss (sowohl menschlicher, als auch natĂŒrlicher) zu zerstören.

Knappheit: Bitcoin ist auf 21.000.000 begrenzt. Die harte Obergrenze von Bitcoin ist von zentraler Bedeutung fĂŒr sein Wertversprechen. Alle 2.099.999.997.690.000 Sats werden irgendwann existieren (oder existieren schon - je nach Betrachtungsweise) und darĂŒber hinaus werden keine weiteren Sats produziert. Lediglich der Zugriff auf diese Sats wird ĂŒber Zeit sogar abnehmen (durch Verlust der SchlĂŒssel) und somit zu einer weiteren Verknappung beitragen.

Teilbarkeit: Wie schon oftmals erwĂ€hnt, lĂ€sst sich ein bitcoin in 100.000.000 Sats unterteilen. Diese StĂŒckelung von Bitcoin bis zur achten Dezimalstelle verleiht eine sehr hohe Teilbarkeit. Dies gibt Bitcoin eine grĂ¶ĂŸere FlexibilitĂ€t als herkömmliche WĂ€hrungen und ermöglicht es extrem kleine Transaktionen, sogenannte Mikrotransaktionen, durchzufĂŒhren. Satoshis sind die Standardmaßeinheit und bitcoin wird oft nur zum erhöhten VerstĂ€ndnis und besserer Lesbarkeit benutzt. Beispielsweise zeigen fast alle Wallets und Explorer die TransaktionsgebĂŒhren in Form von Satoshis pro vByte an.

UniversalitĂ€t: Die allgemeine Akzeptanz von Bitcoin ist noch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig klein. Dies liegt allerdings nicht an Bitcoin, denn Bitcoin ist erlaubnislos und frei zugĂ€nglich. Es sind vielmehr die On-Ramps, die es potenziellen Nuter//innen bislang noch nicht so einfach machen, wie es viele gerne hĂ€tten. Da Bitcoin aber staatenlos und dezentral ist, erlaubt es jedem Interessierten den offenen Zugang.

SicherungsfĂ€higkeit: Die SicherungsfĂ€higkeit von Bitcoin ist unvergleichbar mit der anderer Gelder oder Zahlungsmittel. Es gibt unzĂ€hlige Möglichkeiten, Bitcoin sicher und vor allem SELBST zu verwahren. Es ist gĂ€nzlich möglich, auf Anbieter zur Verwahrung zu verzichten und Bitcoin in einer Art und Weise aufzubewahren, die es Außenstehenden so gut wie unmöglich macht, Bitcoin zu stehlen. Das gilt fĂŒr die Ebene persönlicher Verwahrung. Auf Netzwerkebene ist die Sicherheit von Bitcoin vielschichtig. Transaktions-Hashing, Mining, BlockbestĂ€tigungen und Spieltheorie arbeiten alle zusammen, um Bitcoin das Netzwerk undurchdringlich zu machen.

Warum ist es trotzdem schwierig zu sagen, dass Bitcoin Geld ist?

Einige sagen, dass Bitcoin Geld ist. Andere sagen, dass es kein Geld ist. Was feststeht ist, dass das Bitcoin-Netzwerk absolut zuverlĂ€ssig tut, was es tun soll. Bitcoin kann also als Geld funktionieren, da es die Kriterien sehr gut erfĂŒllt. Bitcoin ist in erster Linie eine Datenbank, die durch ein Netzwerk abgesichert wird und ĂŒberwacht, welche EintrĂ€ge welchen Bitcoin-Adressen zugeordnet werden. Dies geschieht durch die Übertragung von kryptografisch verschlĂŒsselten Textnachrichten zwischen den Netzwerkteilnehmern.

Damit ist Bitcoin immer nur Text. Auch der Code, auf dem Bitcoin basiert, ist Text. Die kryptografischen VerschlĂŒsselungen basieren auf Text. Text ist Sprache, damit ist Bitcoin Sprache. Wie viele der genannten Beispiele von Geld, ist Bitcoin nicht in erster Linie Geld, sondern eignet sich sehr gut, als solches verwendet zu werden. Nationale WĂ€hrungen, Fiat-Geld, sind in erster Linie Geld. Sie werden erlassen, produziert und kontrolliert, um Geld zu sein. Das ist bei Bitcoin anders. Damit ist Bitcoin durch Meinungsfreiheit, das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu Ă€ußern, geschĂŒtzt.



// Secondi đŸČ

News

Self-hosted wallet ban avoided in new draft of EU’s anti-money laundering bill
The shift from “self-hosted wallets” to “self-hosted addresses” in the EU’s anti-money laundering regulation clarifies policymakers’ intentions to oversee non-custodial accounts.

Die Verordnung des EU Parlaments und des Rates ĂŒber die Übermittlung von Angaben bei Geldtransfers und Transfers bestimmter Kryptowerte fĂŒhrte das Konzept von "self-hosted" Wallets ein. In einer neuen Version wird nun von "self-hosted addresses" gesprochen, was mehr Klarheit fĂŒr Anbieter von Wallets verschaffen soll. Nichtsdestotrotz sollen damit custodial Wallets und Adressen schĂ€rfer kontrolliert, bzw. gĂ€nzlich untersagt werden đŸ€Ą

Silvergate Capital Corporation Announces Intent to Wind Down Operations and Voluntarily Liquidate Silvergate Bank
Silvergate Capital Corporation (“Silvergate” or “Company”) (NYSE:SI), the holding company for Silvergate Bank (“Bank”), today announced its intent to

Viel wurde ĂŒber Silvergate geschrieben. Nun haben SI angekĂŒndigt, den Betrieb einzustellen und die Bank freiwillig zu liquidieren. Zuvor wurde bekannt, dass SI das Silvergate Exchange Network (SEN) einstellen. Was genau passiert ist werden wir uns in einer kĂŒnftigen Ausgabe genauer anschauen.


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Schon wieder Schnee? Wird Zeit, dass ich wieder in wÀrmere Gefilde komme!

In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌

Sven