#34 // KW2 // 12.1.2023 // Regulatorik: Die FATF und die Travel Rule đŸ‘šđŸŒâ€âš–ïžđŸ’ŸđŸŒ

Regeln wie die Travel Rule werden von vielen Jurisdiktionen umgesetzt, um den Bitcoin und Krypto-Markt zu "harmonisiren". Dass dabei hauptsÀchlich die Persönlichkeitsrechte der Nutzer//innen gefÀhrdet sind, bleibt dabei oft unerwÀhnt.

Block Height 771620 ‱ Price 18.930 USD ‱ Preis 17.460 EUR ‱ WoW 12,7% ‱ MVRV 0,91 ‱ Market đŸ»đŸ»

// Today's Menu 📜

  • Die FATF ist ein Projekt, im KostĂŒm eines Gesetzgebers đŸș
  • "Un-hosted Wallets" auf die Liste der Unwörter 2022 đŸ€ź
  • Die Travel Rule verletzt geltendes Recht auf PrivatssphĂ€re đŸ•”đŸŒâ€â™‚ïž

// Starter 🍾

Ich bin der festen Überzeugung, dass 2023 noch nicht das Jahr sein wird, in dem CBDCs in Europa oder anderen LĂ€ndern des globalen Nordens das Tageslicht erblicken werden. Dennoch bin ich ĂŒberzeugt, dass dieses Thema in 2023 durch vermehrte Prozesse, Rhetorik und Kampagnen weiter in den Mainstream getragen werden wird, um eine unausweichliche EinfĂŒhrung von einer CBDC - zumindest in der Eurozone - vorzubereiten und die Menschen langsam darauf einzustellen. Damit verbundene Themen wie z.B. UBI (Unconditional Basic Income/ Universal Basic Income), also das bedingungslose Grundeinkommen, sowie als GeldwĂ€schegesetze getarnte EinschrĂ€nkungen des Bargeldverkehrs und andere mit digitalen Zahlungsmitteln verbundene Themen, werden in den Medien vermehrt zu finden sein. Meines Erachtens nach, werden wir all diese Themen auf der einen Seite öfter lesen/hören und auf der anderen Seite wird die Rhetorik gegenĂŒber Bitcoin und anderen Krypto-Assets verschĂ€rft werden. Die typischen FUD-Themen werden ad nauseam durch die Medien gejagt, aber auch von Regulatorik wird vermehrt Gebrauch gemacht. Die Regulatorik in Deutschland, Europa, aber auch in den USA, ist bisher weitgehend unklar. An  vielen Stellen ist nicht mal klar, welche Agency oder Behörde ĂŒberhaupt zustĂ€ndig und handlungsfĂ€hig ist, geschweige denn, dass besonders ausgereifte Gesetze existieren. Mit der MiCA (Markets in Crypto-Assets) Verordnung hat die EU einen Schritt nach vorne getan und auch wenn sie erst 2024 in Kraft tritt, stellen sich jetzt schon viele der betroffenen und angesprochenen Gruppen auf die Vorgaben ein. Eine weitere Verordnung, die schon lĂ€nger besteht, ist die Verordnung (EU) 2015/847 ĂŒber die Übermittlung von Angaben bei Geldtransfers. Diese regelt die sogenannte Travel Rule, mit der wir uns diese Woche beschĂ€ftigen wollen.

// Primi 🍝

ZunĂ€chst mĂŒssen ein paar Begriffe und Buchstabensuppenbehörden erklĂ€rt werden.

FATF

Die Financial Action Task Force (FATF) ist ein internationales und Regionen ĂŒbergreifendes Projekt mit zur Zeit 39 Staaten als Mitgliedern, und deren Standards einzuhalten sich so ziemlich jedes Land der Welt verpflichtet hat. Es ist wichtig zu unterscheiden, dass die FATF keine Organisation ist und damit auch keine juristische Person darstellt, die Regeln oder Gesetze erlassen kann. Die FATF veröffentlicht lediglich Empfehlungen und Standards, die von Staaten ĂŒbernommen werden. Das selbsterklĂ€rte Hauptziel dieses Projekts ist die BekĂ€mpfung von GeldwĂ€sche (AML) und der Finanzierung von Terrorismus (CFT). Die Handhabe der FATF ist demnach recht lose gefasst, sehr weitreichend und das Mandat zeitlich unbefristet. Posten werden vergeben, nicht gewĂ€hlt, wie sollte es auch anders sein. Die FATF wurde 1989 gegrĂŒndet und hatte zunĂ€chst nur das Ziel GeldwĂ€sche zu bekĂ€mpfen, doch seit 9/11 wurde das Mandat um die BekĂ€mpfung von Finanzierung von Terrorismus erweitert, und einhergehend mit dem Patriot Act und anderen freiheitseinschneidenden Gesetzen, hatte auch niemand mehr irgendwelche Vorbehalte gegen Übergriffe auf PrivatsphĂ€re und Persönlichkeitsrechte.

FATF Mitglieder

Die Liste der LĂ€nder, die keine Lust auf diesen spießigen Club mit seinen strengen Regeln haben, die sogenannten Non-Cooperative Countries and Territories (NCCTs), liest sich wie der Marco Polo ReisefĂŒhrer fĂŒr SteuerflĂŒchtlinge und Finanzakkrobaten und fĂŒhrt - wen wunderts - LĂ€nder wie die British Virgin Islands, die Kaimaninseln, die Kanalinseln (Guernsey, Isle of Man und Jersey), Liechtenstein, Monaco, Panama, naja und halt eben auch Russland. Die Erfolgsgeschichten der PrĂ€vention von nennenswerten TerroranschlĂ€gen ist ĂŒbrigens so lang, wie die Liste von Goldmedaillen beim olympischen Eiskunstlauf des Sudans.

FinCEN

Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) ist eine weitere Nudelbehörde im Geltungsbereich des US amerikanischen Finanzministeriums und beschĂ€ftigt sich ausschließlich mit Finanzsystemen, bzw. der Ausnutzung oder der illegalen Nutzung derselben, ist aber auch dem Office of Terrorism and Financial Intelligence (TFI) unterstellt, also auch hier wieder ein Mandat so breit wie der Amazonas.

So, nun kurzer Geschichtsausflug.

Das FinCEN hat im Jahr 1996 die originale Travel Rule erlassen. Diese hieß natĂŒrlich nicht offiziell so, aber Bank Secrecy Act (BSA) rule [31 CFR 103.33(g)] ist super sperrig, also bleiben wir bei Travel Rule. Kurz und knapp zusammengefasst besagt dieses Gesetz, dass Finanzinstitute gewisse Informationen an andere Institute weiterleiten mĂŒssen, wenn sie durch ihre Dienstleistungen EmpfĂ€nger (BegĂŒnstigter) oder Sender (Auftraggeber) von Zahlungen miteinander verbinden. Diese Informationen beinhalten

beim Versenden:

  • Name des Senders
  • Kontonummer des Senders, falls verwendet
  • Adresse des Senders
  • IdentitĂ€t des Finanzinstituts des Senders
  • Höhe des Übermittlungsauftrags
  • AusfĂŒhrungsdatum des Übermittlungsauftrags
  • IdentitĂ€t des Finanzinstituts des EmpfĂ€ngers;

beim Erhalten:

  • Namen des EmpfĂ€ngers
  • Adresse des EmpfĂ€ngers
  • Kontonummer des EmpfĂ€ngers
  • jede andere spezifische Kennung des EmpfĂ€ngers.

Die FATF hat im Jahr 2019 diese originale Travel Rule ĂŒbernommen und vorgeschlagen, diese Regeln zur Übermittlung von personenbezogenen Daten auf "Virtual Assets" (VA) auszuweiten und damit nicht nur traditionelle Finanzinstitute, sondern auch "Virtual Assets Service Providers" (VASPs) einzubeziehen. Wir sind uns natĂŒrlich bewusst, dass sich VAs nur auf Pokedollars, Rupees und V-Bucks beziehen und keineswegs auf Digitale Assets oder KryptowĂ€hrungen 😛 - sonst wĂŒrde man ja von DAs (Digital Assets) sprechen.

Krypto-Travel Rule

Okay, also ernsthaft bedeutet dies im Klartext, dass jede Bitcoin- oder Krypto-Transaktion, die einen bestimmten Schwellenwert ĂŒberschreitet (in der EU bald 0 EUR - "denn aufgrund der spezifischen Eigenschaften und des Risikoprofils von Krypto-Assets gilt die Informationspflicht fĂŒr alle Krypto-Asset-Transfers, unabhĂ€ngig vom Transferwert", mehr dazu spĂ€ter âŹ‡ïž), von den persönlichen Daten (personally identifiable information (PII)) des Kunden begleitet werden muss. Wir nutzen hier erstmal weiter den Begriff VASP. VASPs mĂŒssen nicht nur die Informationen ihrer eigenen Kunden ĂŒbermitteln, sondern auch versuchen den/die EmpfĂ€nger//in oder Sender//in (also die jeweilige Gegenpartei) zu blocken oder zu sanktionieren und einer Due-Diligence-PrĂŒfung zu unterziehen. Kurzum, die FATF findet das Risikoprofil von Krypto super schwierig, darum könnte es sein, dass mein Toni Token, den ich einem Freund schicke, der Finanzierung von internationalem Terrorismus dienen könnte und deshalb muss die Sparkasse Westfalen-Lippe jetzt der Spardabank meines Freundes die UnterwĂ€schengrĂ¶ĂŸe meines erstgeborenen Kindes ĂŒbermitteln. Klingt unmöglich? Ist es auch.

Jetzt denkt der/die kundige Leser//in: "Naja, coole Regel liebe FATF, aber was jucken mich deine Vorgaben? Ich lebe in hier in einem Land und der einzige, der hier Gesetze erlassen kann ist immernoch der Kanzlerin!" Und so  - oder so Ă€hnlich - ist es auch, aber wir wĂŒrden ja nicht im Musterknaben-Regelparadies-Preussland leben, wenn Deutschland nicht als eine der ersten europĂ€ischen Jurisdiktionen, die Travel Rule als Gesetz erlassen möchte. Der Gesetzesentwurf des damaligen Finanzministers Olaf Scholz mit dem lĂ€ssig und digital daherkommenden Namen "Verordnung ĂŒber verstĂ€rkte Sorgfaltspflichten bei dem Transfer von Kryptowerten (kurz: Kryptowertetransferverordnung, noch super-kĂŒrzer: KryptoWTransferV)" wurde in 2021 vorgestellt und soll noch 2023 in Kraft treten.

Jetzt fragt sich der/die kundige Leser//in natĂŒrlich als nĂ€chstes: "Naja, Regel hin oder her, ich hab ja tausende verschiedene Apps, Services, kann von Börsen Geld verschicken, von Wallets auch, kann sogar selber Payment-Channels fĂŒr Lightning öffnen, eine Node betreiben und Wallets hosten, wie zum Kuckuck finde ich denn raus, wer oder was jetzt ein VASP ist? Oder schlimmer noch, bin ich womöglich selbst einer?"

Ruhig kleiner Otter, hier ist die Definition der FATF:

Ein VASP ist jede natĂŒrliche oder juristische Person, die [...] als Unternehmen eine oder mehrere der folgenden AktivitĂ€ten oder Operationen fĂŒr oder im Namen einer anderen natĂŒrlichen oder juristischen Person durchfĂŒhrt:

  • Austausch zwischen virtuellen Vermögenswerten und Fiat-WĂ€hrungen
  • Austausch zwischen einer oder mehreren Formen virtueller Vermögenswerte
  • Übertragung von virtuellen Vermögenswerten
  • Verwahrung und/oder Verwaltung von virtuellen Vermögenswerten oder Instrumenten, die die Kontrolle ĂŒber virtuelle Vermögenswerte ermöglichen
  • Teilnahme an und Erbringung von Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit dem Angebot und/oder dem Verkauf eines virtuellen Vermögenswerts durch einen Emittenten

Also zunĂ€chst bezieht sich die Definition nur auf Unternehmen. Dieser Interpretation folgt auch Krypto đŸ‘đŸŒ Transfer đŸ––đŸŒ:

Unternehmen mit Sitz im In- oder Ausland, das in Bezug auf Kryptowerte im In- oder Ausland BankgeschÀfte im Sinne des § 1 Absatz 1 Satz 2 des Kreditwesengesetzes betreibt, Finanzdienstleistungen im Sinne des § 1 Absatz 1a Satz 2 des Kreditwesengesetzes oder Wertpapierdienstleistungen im Sinne des § 2 Absatz 2 bis 4 des Wertpapierinstitutsgesetzes erbringt.

Generell fallen unter die Interpretation von VASPs die folgenden Dienstleistungen: Verwahrung, Mining Pool Anbieter, Anbieter von Wallets (custodial), Broker-Services (inkl. Börsen), Bitcoin ATMs und unter bestimmten Voraussetzungen auch Anbieter von Stablecoins, Anbieter von DeFi-Protokollen und auch dezentralisierte Börsen (DEX). Individuelle Miner, Betreiber von Full-Nodes und Lightning-Routing-Channels sind bisher von der Interpretation ausgeschlossen.

Wohingegen man das GefĂŒhl bekommen könnte, dass Sender//innen und EmpfĂ€nger//innen der Transaktionen die Leidtragenden der GesetzesentwĂŒrfe sind, kann man doch eigentlich schnell sehen, dass vor allem die Dienstleister eine enorme Last und zusĂ€tzliche Arbeit schultern mĂŒssen. Auf der einen Seite besteht die Herausforderung, die uneinheitliche Vorgehensweise bei der Umsetzung dieser Verordnung in den verschiedenen Regionen vernĂŒnftig zu navigieren, denn die daraus entstehenden Anforderungen unterscheiden sich noch von Land zu Land (ein Pluspunkt fĂŒr MiCA âŹ‡ïž). Aber auch zusĂ€tzliche Anforderungen, die ĂŒber die Beschaffung der PIIs hinausgehen, wie z.B. dass von VASPs erwartet wird, dass sie Informationen ĂŒber die Quelle und das Ziel von versendeten Krypto-Assets erhalten und speichern, machen das normale TagesgeschĂ€ft um ein vielfaches komplizierter.

Und weil es so schwierig ist die PIIs der Sender//innen (Auftraggeber//innen) und der EmpfĂ€nger//innen (BegĂŒnstigten), geschweige denn die volle Transaktionshistorie der Assets, glaubwĂŒrdig und genau abzubilden und zu ĂŒbermitteln, sieht sogar die FATF ein, dass ein gewisser gesunder Menschenverstand angesetzt werden muss und empfiehlt daher, dass VASPs zunĂ€chst die VASPs auf der Gegenseite ĂŒberprĂŒfen, um zu ermitteln, ob eine Transaktion womöglich GeldwĂ€sche- oder Terrorismusfinanzierungspotential (AML/CFT) birgt.

MiCA

Die sogenannte Markets in Crypto Assets Verordnung ist ein in 2020 vom EU Parlament auf den Weg gebrachtes Gesetz zur Harmonisierung der Regeln in Bezug auf Krypto-Anbieter im europÀischen Raum. Die Verordnung soll in 2024 in Kraft treten, doch ein finaler Entwurf liegt bereits vor.

Wie schon erwĂ€hnt, sehen die neuen Regeln der EU einen Schwellenwert von 0 EUR vor. Mit anderen Worten, Krypto-Dienstleister, die unter einer EU-Lizenz oder in der EU tĂ€tig sind, mĂŒssen fĂŒr alle Transaktionen, unabhĂ€ngig von ihrer GrĂ¶ĂŸe, Informationen zur IdentitĂ€t des Absenders und EmpfĂ€ngers erfassen.

Dabei unterscheidet die EU zwischen "hosted" und "un-hosted" Wallets đŸ€Ą. Un-hosted Wallets sind alle Wallets, die privat genutzt werden und self-custodial arbeiten, also sich in der Verwahrung von Privatnutzer//innen befinden, sprich diejenigen Wallets, die jeder nutzen sollte, der keinem Custodian vertrauen möchte.

Überweisungen von oder zu un-hosted Wallets von oder zu einem VASP, oder anderen Finanzdienstleister, mĂŒssen ab einem Schwellenwert von 1.000 EUR vom VASP ĂŒberprĂŒft werden. Dabei muss der VASP auch feststellen, ob diese Wallet dem/der Kund//in tatsĂ€chlich gehört oder er/sie dieses kontrolliert. Wenn ja, muss der/die Benutzer//in dies verifizieren. Transaktionen von weniger als 1.000 EUR an oder von einer un-hosted Wallet erfordern keine ÜberprĂŒfung des Eigentums.

Transaktionen an un-hosted Wallets, die nicht der direkten Kontrolle des/der Benutzers//in unterliegen, mĂŒssen in allen FĂ€llen ĂŒberprĂŒft und personenbezogene Informationen ĂŒber die Wallet gesammelt werden. DarĂŒber hinaus muss festgestellt werden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Das bedeutet, dass der VASP vor der Übertragung der Transaktion ein potentielles AML/CTF Risiko identifizieren, einschĂ€tzen und entsprechende Maßnahmen ergreifen muss.

InterVasp, TRUST und Co

Und genau weil es eben so schwierig ist diese unhandlichen Anforderungen umzusetzen, bedeutet dies, dass die gesamte Industrie einen kooperativen Ansatz verfolgen muss, um einen idealen Daten- und Kommunikationsstandard zu finden. ZunĂ€chst wurde also ein Konsens ĂŒber ein einziges DatenĂŒbermittlungsformat fĂŒr alle Travel Rule Anforderungen erzielt. Dieses Format heißt IVMS 101 und wurde von der Joint Working Group on interVASP Messaging Standards (JWG) erlassen.

Gleichermaßen hat Coinbase federfĂŒhrend eine Lösung namens TRUST (Travel Rule Universal Solution Technology) ins Leben gerufen, die nach eigenen Angaben zufolge entwickelt wurde, um die Travel Rule Anforderungen zu erfĂŒllen und gleichzeitig die Sicherheit und PrivatsphĂ€re von Kund//innen zu schĂŒtzen. Dieser Lösung haben sich einige namhafte Finanzdienstleister, Börsen und Krypto-Anbieter, unter anderem BitGo, Bittrex, Circle, Fidelity Digital Assets, Gemini, Kraken und Robinhood, angeschlossen, um einen Industriestandard fĂŒr die ErfĂŒllung dieser Anforderungen zu schaffen.

Coinbase-Backed Anti-Money Laundering Group Expands Into Europe
The Travel Rule Universal Solution Technology (TRUST) has grown its membership to 67 firms.

Aber auch ein von MasterCard ĂŒbernommenes Unternehmen namens CipherTrace war schnell dabei, einen Standard zu entwickeln, der es Unternehmen erleichtern soll, den Anforderungen gerecht zu werden.

CipherTrace Unveils Travel Rule Protocol for Cryptocurrency Businesses
CipherTrace has released TRISA, which might help cryptocurrency businesses comply with regulations like the travel rule in a privacy-preserving way.

Was anhand der genannten Beispiele recht schnell deutlich wird, ist dass die von der FATF erlassenen Empfehlungen und Standards hauptsĂ€chlich dazu fĂŒhren, dass wieder eine immense Anzahl an personenbezogenen Daten gesammelt werden muss, und dass dieser Mammut-Akt von etablierten, zentral operierenden Unternehmen gesteuert und vereinnahmt wird. Es ist, als wĂŒrden Tickets gedruckt, um weitere zusĂ€tzliche Daten sammeln zu dĂŒrfen, und diese Tickets werden natĂŒrlich wieder - frei nach dem Cantillon-Effekt - an die am engsten stehenden Unternehmen verteilt.

LINK

Und wer die FrĂŒchte ernten will, muss auch den Preis dafĂŒr bezahlen!

Fazit

Banken und Krypto-Anbieter sollten keine Diebe fangen, das ist Sache der Polizei. Es gilt eigentlich das rechtsstaatliche Grundprinzip der Unschuldsvermutung, also im Zweifel fĂŒr den Angeklagten, bzw. die Annahme, dass jede/r solange als unschuldig anzusehen ist, bis seine/ihre Schuld nachgewiesen werden kann. Im Falle der Travel Rule und Ă€hnlichen GeldwĂ€schegesetzen und Gesetzen zum Schutz vor Terrorfinanzierung (AML/CFT) wird dieses Prinzip auf den Kopf gestellt.

Millionen von Berichte werden zur Zeit von Finanzdienstleistern und Krypto-Unternehmen an die Aufsichtsbehörden gesendet. Damit geben Unternehmen des privaten Sektors persönliche Informationen ĂŒber ihre Kund//innen preis, selbst wenn die Transaktionen nur verdĂ€chtig sind. Doch was macht eine Transaktion verdĂ€chtig? GrenzĂŒberschreitende Transfers, ein Abendessen in einem Ă€thiopischen Restaurant bezahlt mit Karte? Finanzinstituten obliegt es, das Geld zunĂ€chst einzufrieren, sozusagen als Lösegeld einzubehalten, bis der/die Kund//in beweisen kann, dass er/sie unschuldig ist, und nicht umgekehrt. Dies stellt eine klare Verletzung des Menschenrechts dar. Regeln, wie die Travel Rule, verletzen gesellschaftliche Prinzipien, indem sie Menschen ihre Rechte kategorisch verweigern, nur um ein sehr kleines potentielles Risiko zu vermeiden.

Und wer definiert einen Terroristen? Im Iran unterscheidet sich die Definition von jemandem, der den Staat bedroht, erheblich von dem, was andere LĂ€nder als einen terroristischen Akt definieren wĂŒrden. In unseren Breitengraden sind solche Regeln und Gesetze nur so lange zumindest unbedrohlich fĂŒr das eigene körperliche Wohl, solange die Kontrollinstanz auf rechtsstaatlichen Grundwerten aufgebaut ist. Sobald dies kippt, hat der Staat eine sehr gefĂ€hrliche Waffe zur Hand.

//Secondi đŸČ

News

Gemini CoFounder Cameron Winklevoss Accuses Barry Silbert and DCG of Fraud in Open Letter to DCG Board
Gemini partnered with DCG’s Genesis to generate yield for their consumer facing Gemini Earn product.

Die GerĂŒchte und Analysen rund um die finanzielle Situation von DCG (Digital Currency Group) hören nicht auf. Das jĂŒngste offizielle Update ist die Schließung des Hauptsitzes einer Tochtergesellschaft in dieser Woche. Auch die von Cameron Winklevoss im Januar öffentlich gesetzte Frist fĂŒr Barry Silbert zur RĂŒckzahlung des 900 Millionen US Dollar Darlehens verstrich gestern ohne Kommentar seitens Barry Silbert. Es bleibt abzuwarten, ob DCG pleite geht. Bisher sieht es jedoch so aus, als wĂ€re Grayscale, eine der Tochtergesellschaften, die den Bitcoin Trust (GBTC) verwaltet, unberĂŒhrt von den ausstehenden Forderungen. Mehr zu GBTC hier:

#7 // KW26 // 30.6.2022 // GBTC, ETF & SEC
‌ Block Height 742956 ‱ Price 19.020 USD ‱ Preis 18.295 EUR ‱ Change from last week -6,7% ‱ Market đŸ»đŸ»đŸ» ‌‌// Today’s Menu 📜 * Trigger Warnung: Heute wird es irgendwie technisch. Also noch schnell ein Eis auf Lunge ziehen, damit der Hirnfrost mehr wehtut, als das Lesen ïžđŸ§ * Wer hat vom Lese

Major Bitcoin Banking Partner ‘Silvergate Bank’ Lost Over $700M Liquidating Debt to Cover $8.1 Billion in Withdrawals Amid Bank Run
The collapse of FTX sparked a run on Silvergate Capital Corp. forcing the bank to sell assets at a steep loss to cover some $8.1 billion in withdrawals.

Auch Silvergate, deren Aktienkurs nach der Q3 Berichterstattung deutlich an Wert verloren hatte, kĂŒndigten an 40% ihres Personals oder etwa 200 Mitarbeiter zu entlassen. Silvergate haben 718 Millionen US Dollar, durch den Verkauf von Schulden verloren, was den Gesamtgewinn der Bank seit mindestens 2013 deutlich ĂŒbersteigt. Des Weiteren haben sie 196 Millionen US Dollar abgeschrieben, die fĂŒr eine EinfĂŒhrung einer eigenen digitalen WĂ€hrung zurĂŒckgestellt worden waren. In KW 49//2022 sagte der CEO noch, dass Silvergate ĂŒber "eine belastbare Bilanz und reichlich LiquiditĂ€t“ verfĂŒge und fĂŒgte hinzu, dass zudem „absichtlich Bargeld und Wertpapiere, ĂŒber Einlagenverbindlichkeiten im Zusammenhang mit digitalen Assets hinaus“ vorhanden seien. Ob die LiquiditĂ€t weiterhin Verluste in diesen Dimensionen auffangen kann, ist fraglich.

#30 // KW49 // 8.12.2022 // Proof of Reserves đŸ”đŸ’°â›“ïž
Proof of Reserves (PoR) ist ein Ansatz, der von vielen als der neue Standard gesehen wird, der bei Nutzer//innen von Handelsplattformen ein gewisses Grundvertrauen erzeugen soll. Doch wie genau funktioniert PoR und ist es wirklich so effektiv, wie es uns verkauft wird?

Hashpreis / Difficulty

Hashpreis = Bitcoin Preis / Hashrate. Der von Minern generierte Umsatz pro Tera-Hash. Difficulty ist die mathematisch Schwierigkeit, die eine Blockzeit von ca. 10 Minuten erzeugt.
via Glassnode.com

Hashrate ist zurĂŒck! Nahezu gleich der vorherigen ATH-Hashrate von Anfang November 2022. Die Difficulty wird nach der vorherigen Reduzierung um -3% voraussichtlich wieder um 11% (!) steigen.


// Candy 🍭

So, ich bin offizieller Bitcoiner. Dank geht raus an Simple Crypto 😛

Twitter Account der Woche:

Danke fĂŒr den Support. V4V!

Ich finde Fabio Panetta super anstrengend*!

*doof

In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌

Sven