#43 // KW11 // 16.3.2023 // Q4 Earnings đŸŠđŸ”„đŸ§š

Alles dreht sich um SVB, Signature und Silvergate, deshalb werfen wir einen kurzen Blick auf das Versagen des GeschÀftsmodells und die Konsequenzen. Doch es ist auch Q4 Earnings Season, weshalb wir uns wieder ein paar der Berichte von Bitcoin(-nahen) Unternehmen anschauen.

Block Height 781100 ‱ Price 24.700 USD ‱ Preis 23.200 EUR ‱ WoW 14% ‱ MVRV 1,2 ‱ Market đŸ»

// Today's Menu 📜

  • Silvergate brennt, Signature brennt, Sillicon Valley Bank brennt 🚒
  • Lightning erfĂ€hrt UnterstĂŒtzung von großen Firmen ⚡
  • Mining erholt sich đŸ©č

// Starter 🍾

Es ist wieder Earnings Season und wie jedes Quartal werfen wir einen kurzen Blick in die Ergebnisse von ausgewĂ€hlten Bitcoin(-nahen) Unternehmen. Wie jedes Quartal, werden auch diesmal die eigentlich etwas drögen Reports von einem großen Ereignis ĂŒberschattet. Neben der Silicon Valley Bank (SVB), sind auch die Silvergate Bank (SI) und die Siganture Bank pleite gegangen. Böse Zungen behaupten, es könnte einen Zusammenhang zwischen den Schließungen und dem Fakt geben, dass sowohl SI als auch Signature, die einzigen wirklichen On-Ramps fĂŒr die Bitcoin-Branche geboten haben. Wir wollen im Silvergate Teil allerdings einen sachlichen Blick auf die UmstĂ€nde und die GrĂŒnde werfen, die zum Versagen des GeschĂ€ftsmodells und der daraus erzwungenen Schließung gefĂŒhrt haben.

// Primi 🍝

Wie auch sonst, erhebe ich nicht den Anspruch, im Full-Equity-Research-Mode die veröffentlichten Berichte zu analysieren, jedoch denke ich, dass es immer wieder interessant ist zu sehen, wie sich die Zahlen von Bitcoin(-nahen) Unternehmen entwickeln. Besonders, da die Zahlen der letzten Berichtsperiode in den schwierigen und teils brutalen Zeitraum von Q4 2022 fallen.

Wir schauen uns auch dieses Mal wieder Zahlen von Firmen an, die entweder a) direkt im Bitcoin Sektor tÀtig sind (Mining, Exchanges & Financial Services), b) Peripherie herstellen (Chips & Equipment), oder mit c) Bitcoin verbandelt sind (Bitcoin in der Bilanz halten & Zahlungsdienste).

Besonderes Augenmerk widmen wir uns dabei Silvergate (SI), die wir ja schon die letzten Male betrachtet haben. Jedoch die jĂŒngsten Ereignisse haben wohl sichergestellt, dass dies Silvergates letzter Quartalsbericht gewesen sein könnte.


Bitcoin Sektor Firmen

Beginnen wir also mit den Firmen, die direkt im Bitcoin Sektor tÀtig sind. Hier habe ich MARA und COIN ausgewÀhlt.

Marathon Digital (MARA)

Marathon Mining gaben bekannt, ihre ursprĂŒnglich fĂŒr Februar geplanten Webcast und  Telefonkonferenz fĂŒr das vierte Quartal und das GeschĂ€ftsjahr 2022 abzusagen. Sie werden die Veröffentlichung entsprechender Finanzergebnisse verschieben und beabsichtigen, zu gegebener Zeit in der Zukunft weitere Aktualisierungen bereitzustellen. Sie gaben keine GrĂŒnde fĂŒr das Verschieben bekannt.

Grund dafĂŒr sind Fehler, die in der Berechnung der Impairments der digitalen Vermögenswerte gefunden und Einnahmen aus einem Bitcoin-Mining-Pool, an dem es Ende 2021 und Anfang 2022 teilgenommen und betrieben hatte, falsch ausgewiesen wurden. Es wurde erwartet, dass das Unternehmen im 4. Quartal einen Umsatz von 34 M US Dollar verbuchen wĂŒrde.

Marathon Digital finds accounting errors, will restate 2021, 2022 results (NASDAQ:MARA)
Marathon Digital (MARA) said Tuesday it will restate its full year 2021 and quarterly earnings for that year and for the first three quarters of 2022 due to accounting

LINK

Allerdings veröffentlichten sie Produktions- und Mining-Updates fĂŒr Februar 2023. Sie betrieben im Februar fast 19.000 Bitcoin-Miner in mehreren Einrichtungen, wobei ĂŒber 8.000 dieser Einheiten aus S19 XPs bestanden. Im Laufe des Monats erhöhten sie die Hashrate auf 9,5 EH, eine Steigerung von 30% gegenĂŒber dem Vormonat. Sie erhöhten auch die Menge der durchschnittlich pro Tag produzierten Bitcoin im Vergleich zum Januar um 10% und produzierten im Februar 683 bitcoins.

Sie entschieden sich fĂŒr den Verkauf von 650 bitcoins im Februar, um Betriebskosten auszugleichen. Trotz dieser VerkĂ€ufe erhöhten sie ihre Bitcoin-BestĂ€nde von 8.090 Bitcoin zum 31. Januar 2023 auf 8.260 Bitcoin.

Coinbase (COIN)

Coinbase Exchange melden fĂŒr das 4. Quartal einen Umsatz von 605 M USD, also einen leichten Anstieg gegenĂŒber Q3, allerdings ein RĂŒckgang um ~75% gegenĂŒber dem Vorjahr. Dies fĂŒhrte im 4. Quartal zu einem Nettoverlust von ĂŒber 557 M USD. Damit fĂ€llt der Verlust höher aus als im vorigen Quartal. Coinbase fĂŒhren den allgemeinen RĂŒckgang des Umsatzes auf ein geringeres Handelsvolumen sowohl im Einzelhandel als auch bei institutionellen Kunden zurĂŒck, was sie sowohl mit niedrigeren Krypto-Asset-Preisen als auch mit VolatilitĂ€t begrĂŒnden. Einnahmen aus Verbrauchertransaktionen betrugen 309 M US Dollar, was einem RĂŒckgang von 11% im Vergleich zum 3. Quartal entspricht, wĂ€hrend die institutionellen Transaktionseinnahmen 13 M US Dollar betrugen, also 32 % geringer als in Q3.

Dabei ist das Transaktionsvolumen aus dem Handel mit Bitcoin das einzige, das im Vergleich zum Vorquartal gestiegen ist. Insgesamt ist auch ein RĂŒckgang von auf der Coinbase-Plattform gehaltenen Assets (in Dollar-Werten) zu verzeichnen. Eine Entwicklung, die wir schon beim letzten Überblick erwartet haben.

#28 // KW47 // 24.11.2022 // Q3 Earnings âœïžđŸ§Ÿ
Es ist Q3 Earnings, der Bitcoin CEO hat zwar beschlossen, den Preis fĂŒr Black-Friday zu senken, aber wieder keine Quartalszahlen zu veröffentlichen. Deshalb schauen wir uns wieder ein paar der Berichte von Bitcoin(-nahen) Unternehmen an, um ein Bild des Gesundheitszustands der Branche zu bekommen.
In Bezug auf Vermögenswerte kann man einen RĂŒckgang von gehaltenen bitcoins auf der Coinbase-Plattform erkennen (und diese Zahl wird wahrscheinlich in Q4 noch deutlicher sinken).

DarĂŒber hinaus gaben COIN bekannt, ihr GeschĂ€ftsverhĂ€ltnis mit der Silvergate (SI) Bank abgebrochen zu haben. Coinbase waren nicht allein, Paxos, Galaxy Digital, Gemini, BitStamp und Circle gaben ebenfalls alle bekannt, dass sie sich einen neuen Partner fĂŒr ihre BankgeschĂ€fte suchen werden. Dies ist fĂŒr den weiteren Teil wichtig âŹ‡ïž .


Firmen in Bitcoins direkter Peripherie

Als nÀchstes wollen wir uns Firmen anschauen, die Produkte anbieten, die im Bitcoin Sektor genutzt werden, anstatt selber tÀtig zu werden.

Nvidia (NVDA)

Nvidia, einer der grĂ¶ĂŸten Hersteller von Computerchips, melden fĂŒr das 4. Quartal einen Umsatz von 6,05 Milliarden USD, ein Zuwachs von ~2% zum 3. Quartal, allerdings ~21% weniger als noch im Vorjahr.

Einnahmen aus Chips fĂŒr den Gebrauch in Mining Equipment sind immer noch nicht besonders hoch und kein Fokus bei Nvidia (weshalb wir uns den Bericht im nĂ€chsten Quartal auch sparen werden).

Laut eigener Aussage sind Nvidia GPUs in der Lage, fĂŒr das Mining von KryptowĂ€hrungen verwendet zu werden, doch selbst NVDA haben nur begrenzten Einblick, wie sehr sich dies auf die Nachfrage auf den gesamten GPU-Bedarf auswirkt. Es darf bezweifelt werden, dass GPUs beim Bitcoin Mining zum Einsatz kommen, da dies absolut nicht lohnenswert ist und mit dem Ethereum-Merge von Proof of Work (PoW) zu Piece of đŸ’© (PoS), werden dort auch keine Chips zu diesem Zweck benötigt. Dies bedeutet, dass GPUs wenn ĂŒberhaupt fĂŒr andere kleine PoW-Projekte zum Einsatz kommen (wenn ĂŒberhaupt), was also die Nachfrage gen Null laufen lassen dĂŒrfte.

Silvergate Capital Corporation (SI)

Silvergate ist (besser: war) eine Bank mit Fokus auf Kunden aus dem Bitcoin- Krypto- und DLT-Bereich. SI spielen eine zentrale Rolle in diesem System, da sie Firmen in diesem Umfeld finanzieren aber auch ein proprietÀres Echtzeit-Zahlungssystem (Silvergate Exchange Network/ SEN) anbieten, das von vielen Börsen, Institutionen und anderen Kunden genutzt wird (also: wurde), um Zahlungen schnell abzuwickeln und zu Fiat-WÀhrungen zu tauschen.

Direkt vorab: Silvergate haben ihre Pforten geschlossen und das Zahlungssystem SEN eingestellt. Das DFPI (California Department of Financial Protection and Innovation) hat die Liquidierung bestĂ€tigt und ĂŒberwacht die Situation. Zuvor hatten sie angekĂŒndigt, ihren Jahresbericht um zwei Wochen zu verschieben, bevor dann bekannt gegeben wurde, dass sie ihren Betrieb einstellen und die Bank liquidieren. Doch was ist passiert?

Silvergate Capital Corporation Announces Intent to Wind Down Operations and Voluntarily Liquidate Silvergate Bank
Silvergate Capital Corporation (“Silvergate” or “Company”) (NYSE:SI), the holding company for Silvergate Bank (“Bank”), today announced its intent to

SI waren der Knotenpunkt fĂŒr Bankdienstleistungen fĂŒr die breite Kryptobranche und bediente ĂŒber 1.500 Kunden mit fast 10 Milliarden US Dollar an Einlagen. Firmen wie FTX (Rest in Piss), Gemini, Kraken, Coinbase, usw. waren Kunden bei SI. Der Grund fĂŒr die extreme Konzentration am Interesse des Kryptosektors mit SI GeschĂ€fte zu machen, ist der allgemeine Mangel an Regulierung in Bezug auf KYC/AML-Richtlinien im Bankenbereich. SI war eine der wenigen Banken, die der Branch sehr wohl gestimmt war und es Krypto-Firmen einfach gemacht hat, Geld in den und aus dem Kryptomarkt zu bewegen (sie waren sogar fĂŒr fast 80% der gesamten Bewegungen verantwortlich). Das war sozusagen das gesamte GeschĂ€ftsmodell von SI - wie oben erwĂ€hnt - der Fokus auf Kunden aus dem Bitcoin- Krypto- und DLT-Bereich. SI gab es bereits seit 1988 und entschieden sich in 2016 dazu, ihren Fokus auf den Krypto-Markt zu richten und sich als DIE Bank der Branche zu vermarkten. Doch warum der Kollaps?

Als traditionelle Teilreservebank nahmen SI Einlagen ihrer Kunden entgegen und investierten diese ĂŒber lange Laufzeiten, insbesondere in US-Staatsanleihen. Das bedeutet in der Praxis, dass Kunden ihr Geld bei SI zu einem Zinssatz von 0% deponierten, da sie entweder anderswo keine Firmenkonten bekamen, oder das Silvergate Exchange Network (SEN) nutzen wollten. SI benutzte dann diese Einlagen, um diese anderswo zu einem höheren Zinssatz anzulegen, sprich zu verleihen, um an den Zinsen zu profitieren.

Mit anderen Worten, zahlt man sein Geld bei einer Bank ein, gehört es der Bank und nicht dem Kunden. Es ist ein Darlehen an die Bank und sie schulden es dem Kunden zurĂŒck, allerdings nur auf dem Papier. Denn das Geld wird grĂ¶ĂŸtenteils verliehen und steht dem Kunden nicht zum direkten Abheben zur VerfĂŒgung. Die meisten Banken behalten nur 10-15% der Vermögenswerte auf ihren eigenen Konten und davon besteht meist nur eine winzig kleine Menge aus Bargeld.

Dies ist solange ein gutes GeschĂ€ftsmodell, solange diese Kredite, also die Investitionen, die die Bank tĂ€tigt, nicht an Wert verlieren und Kunden gleichzeitig ihr Geld abheben wollen. Investitionen dĂŒrfen ruhig zeitweise mehr oder weniger wert sein, doch in dem Moment, in dem der Kunde sein Geld abhebt und SI dadurch gezwungen werden die Kredite mit einem Verlust aufzukĂŒndigen, entsteht fĂŒr SI ein Problem. Bekanntermaßen erhöht die US-Notenbank seit mehreren Monaten konsequent ihren Leitzins, was zur Folge hat, dass US-Staatsanleihen, und besonders solche mit langen Laufzeiten, an Wert verlieren.

Dies und der Fakt, dass SI ihren Fokus auf die Kryptoindustrie gelegt haben, wo im letzten Jahr zunĂ€chst hohe Kurse aller Werte dazu fĂŒhrten, dass Kreditnehmer erst viel Geld einlagerten und danach links und rechts zahlungsunfĂ€hig geworden sind, hat dazu gefĂŒhrt, dass SI sich in einer fatalen Situation wiederfanden: Verbindlichkeiten > Vermögenswerte. Das bedeutet, wenn alle Kunden ihre Einlagen gleichzeitig abheben wollen, kann die Bank unmöglich alle diese Verpflichtungen auf einmal erfĂŒllen und ist bankrott. Und damit die Einlagen der Kunden futsch!

Genau dies ist bei SI passiert. Wie wir oben gesehen haben, kĂŒndigten Firmen wie Coinbase, Gemini, Circle, Galaxy Digital, und Crypto.com ihr GeschĂ€ft mit Silvergate und insgesamt haben im 4. Quartal Kunden rund 8,1 Milliarden US Dollar von der Bank abgehoben, was SI gezwungen hat, Wertpapiere und damit verbundene Derivate mit einem Verlust von insgesamt 718 M US Dollar zu verkaufen und fĂŒhrte zu einem Gesamtverlust von ĂŒber 1 Milliarde US Dollar in 2022.

Der daraus kaskadierende Effekt, ist, dass Firmen, die Einlagen bei den nun geschlossenen Banken nicht mehr an ihre Einlagen kommen und diese teilweise nicht in voller Höhe versichert sind. Ein Beispiel ist Circle (Herausgeber vom USDC "Stablecoin"):

“Cash held at U.S. regulated financial institutions: Bank of New York Mellon, Citizens Trust Bank, Customers Bank, New York Community Bank, a division of Flagstar Bank, N.A., Signature Bank, Silicon Valley Bank and Silvergate Bank.” — USDC Reserve Report

Alleine die drei letztgenannten Firmen haben in den letzten 2 Wochen den Kurt Cobain gemacht. Dies fĂŒhrte dazu, dass der USDC Coin zeitweise auf 0.88 Cents fiel. Sehr stabil.

Am Sonntag wurde dann bekannt, dass auch die Signature Bank (SBNY), die zweitgrĂ¶ĂŸte Bank im direkten Krypto- und Bitcoin-Umfeld, das Zeitliche segnet.

Signature Bank becomes next casualty of banking turmoil after SVB
State regulators closed New York-based Signature Bank on Sunday, the third largest failure in U.S. banking history, two days after authorities shuttered Silicon Valley Bank in a collapse that stranded billions in deposits.

Die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) ĂŒbernahm die Kontrolle ĂŒber Signature, die Ende letzten Jahres rund 110 Milliarden US Dollar an Vermögenswerten und fast 89 Milliarden US Dollar an Einlagen hatte. Damit reihen sich Signature nach der Silicon Valley Bank und der Silvergate Bank in die illustre Runde der großen Verlierer von 2023 ein und sind die drittgrĂ¶ĂŸte Bankenpleite der USA in der Geschichte. Wer sich wundert, Lehman Brothers waren eine Investmentbank, also streng genommen ein Kreditinstitut und keine GeschĂ€ftsbank, die Einlagen von Kunden entgegennehmen.

Wer sich fĂŒr dieses Thema interessiert und den sehr Ă€hnlichen Verlauf bei der Silicon Valley Bank (SVB) nachvollziehen möchte, rate ich den folgenden Artikel zu lesen:

The Demise of Silicon Valley Bank
The Rapid Collapse of the 16th Largest Bank in America

Was man daraus lernen kann: Bitcoin kann nichts passieren, wenn man es in Selbstverwahrung hÀlt. Not your keys, not your Bitcoin!

Bankenpleiten in der US Geschichte

Firmen in Bitcoins Dunstkreis

Zu guter Letzt noch zwei Firmen, die eigentlich nicht als direkte Anbieter von Bitcoin Diensten funktionieren, jedoch durch ihre aktive Rolle und durch ihre mehr als prominenten Bitcoin-Evangelisten-CEOs gewissermaßen in den Bitcoin Kosmos gerechnet werden dĂŒrfen.

Mircrostrategy (MSTR)

MicroStrategy ist ein Softwarehersteller ohne direkten Bezug zu Bitcoin. CEO Michael Saylor hat im August 2020 beschlossen, dass RĂŒcklagen des Unternehmens in Bitcoin investiert werden sollen. Seitdem ist Michael Saylor ein großer Bitcoin Prediger. 

MSTR melden fĂŒr das 3. Quartal einen Umsatz von 132,6 M USD, also ein leichter Anstieg von 7,2 M USD (~6%) gegenĂŒber dem 3. Quartal. MSTR halten ~132,500 bitcoins zu einem Durchschnittspreis von 30.137 USD pro bitcoin. Das bedeutet, MSTR haben in Q4 weitere 2.500 bitcoins gekauft und bleiben damit das weltweit grĂ¶ĂŸte börsennotierte Unternehmen, das Bitcoin hĂ€lt und konnten ihren DCA nach unten drĂŒcken.

Impairment Charge: US GAAP Rechnungslegungsvorschriften verlangen, dass eine Wertminderung auf nicht realisierte Verluste bei Krypto-Wertanlagen gebucht wird, wenn der beizulegende Zeitwert unter den Buchwert fĂ€llt đŸ€“

Da der Bitcoin Preis im 4. Quartal durch die FTX-Turbulenzen weiter gefallen ist, haben MSTR 1,47 M US Dollar fĂŒr diese sogenannte Impairment Charge gebucht, was die insgesamten Ausgaben auf 259 M USD (im Vergleich zu 165 Milliarden im Vorquartal) steigen ließ. Zum Ende des Quartals bewerteten MSTR den Zeitwert ihrer Bitcoin-BestĂ€nde mit 1,840 Milliarden M USD, im Vergleich zu 1,993 Milliarde USD am Ende des 3. Quartals, also insgesamt etwas weniger, wenn man betrachtet, dass 2,500 Bitcoin auf die eigene Wallet geflossen sind.

Interessant ist die AnkĂŒndigung von MicroStrategy Lightning, einer Plattform basierend auf dem Lightning L2 Protokoll, das MicroStrategy Unternehmenssoftware mit Lightning verbinden soll.

Block [ehemals Square] (SQ)

Block ist ein Finanz- und Zahlungs Dienstleistungsunternehmen unter der Leitung des frĂŒheren Twitter CEOs Jack Dorsey. Die beiden Hauptprodukte sind die Square POS-Terminals und die Cash App, eine P2P Zahlungsapp, die Bitcoin unterstĂŒtzt, zusĂ€tzlich wird der Fokus seit der Umbenennung in Block mehr auf Bitcoin/Blockchain verwandte Produkte gelegt.

Block entwickelt sich von Quartal zu Quartal mehr zu einer echten Bitcoin-Firma. Nachdem im letzten Quartal bekannt wurde, dass aktiv an der Entwicklung von Hardware-Wallets gearbeitet wird, kĂŒndigten Block nun an durch TBD (einer Tochtergesellschaft von Block) mit C= auch ein Lightning Business zu lancieren, das an der Bereitstellung einer Infrastruktur arbeitet, die das Lightning-Netzwerk benutzerfreundlicher und zuverlĂ€ssiger machen soll.

FĂŒr das 3. Quartal berichten Block einen Gesamtumsatz von 1,66 Milliarden USD, also ein Zuwachs von 90 M USD gegenĂŒber dem 3. Quartal, oder ~40% gegenĂŒber dem Vorjahr, was zu einem Nettoverlust von 114 M US Dollar fĂŒhrt. Im Vergleich zum Vorquartal fiel der Gewinn aus Bitcoin wieder von 37 M USD auf 35 M USD, hervorgerufen durch den generellen RĂŒckgang im Bitcoin- und Krypto-GeschĂ€ft. Allerdings konnten Block Bitcoin im Wert von 1,83 Milliarden US Dollar an ihre Cash-App Kunden verkaufen, ein RĂŒckgang von nur 7% im Vergleich zum Vorjahr, bei einem Kursverlust von fast 70% im gleichen Zeitraum. Insgesamt kauften Cash-App Nutzer Bitcoin im Wert von ĂŒber 7 Milliarden US Dollar.

CashApp Users Bought $7.11 Billion Worth of Bitcoin in 2022
“Bitcoin gross profit was $35 million in the fourth quarter of 2022. The total sale amount of bitcoin sold to customers, which we recognize as bitcoin revenue, was $1.83 billion.”

Block haben 47 M USD Impairment Charge gebucht, da, wie bei MSTR auch, der Kursrutsch in Q4 zu weiteren nicht realisierten Verlusten gefĂŒhrt hat. Zum Ende des Quartals bewertete Block den Zeitwert seiner Bitcoin-BestĂ€nde mit 133 M USD, im Vergleich zu 156 M USD am Ende des 3. Quartals.


Fazit: Wie an den Quartalszahlen des letzten Jahres ersichtlich, haben alle beschriebenen Firmen deutlich unter dem Kursverfall, der durch eine Verkettung verschiedener Pleiten und Skandale ausgelöst wurde, gelitten. Es zeigt aber auch, dass vernĂŒnftiges Risikomanagement und der Fokus auf Dienstleistungen fernab von Leverage und Gambling zu stabilen BĂŒchern fĂŒhren kann.

Der aktuelle Kursanstieg von Bitcoin im Vergleich zu den fallenden Kurswerten von Banken und Industrienahen Unternehmen zeigt jedoch auch, dass vielleicht endlich ein Decoupling von Bitcoin und traditionellen Anlageklassen stattfindet.



// Secondi đŸČ

News

Grayscale SEC Hearing

Bloomberg - Are you a robot?

Letzte Woche wurde die SEC von US-Richtern zur Ablehnung von Grayscales Antrag zur Umwandlung des geschlossenen GBTC Trust-Funds in einen Spot-Bitcoin Exchange Traded Fund (ETF) befragt. Wir erinnern uns: Grayscale hat diesen Antrag schon mehrere Male bei der SEC eingereicht und kĂŒndigte nach der letzten Ablehnung an, die SEC vor Gericht zu ziehen.

WĂ€hrend der Anhörung fĂŒhrte die SEC ihre BegrĂŒndung basierend auf Bedenken hinsichtlich der möglichen Manipulation der Spot-Bitcoin-MĂ€rkte an, wĂ€hrend Grayscale versuchte die Argumentation der SEC zu widerlegen, da die SEC im Herbst 2021 einen Futures-Bitcoin-ETF genehmigt hatte.Dies fĂŒhrte dazu, dass Richter das VerstĂ€ndnis der SEC ĂŒber die Beziehung zwischen Spot- und Futures-Markt in Frage stellten, wobei ein Richter sagte: „Wir haben keine Beweise dafĂŒr gesehen, dass das Argument von Grayscale fehlerhaft ist.“

Die Gerichtsverhandlung fĂŒhrte dazu, dass der GBTC-Discount von -45% auf zeitweise -34,5% fiel und sich nun bei -40% eingependelt hat. Dies bedeutet, dass bei einer Wette auf einen glĂŒcklichen Ausgang der Verhandlungen fĂŒr Grayscale, Bitcoin fĂŒr einen Abschlag von 40% zu haben ist, also bei aktuellem Kurs fĂŒr 15,000 US Dollar pro Bitcoin.


// Candy 🍭


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Wenn dieser Artikel erscheint sitze ich hoffentlich schon im Warmen 😎🌞

In diesem Sinne, 2... 1... Risiko!‌

Sven